PFLEGEN Das aktuelle Heft.
Schwerpunktthema 4/ 2011:
PFLEGE AKUT
Brennende Themen in der Pflege
Manchmal beschleicht einen das Gefühl, dass in der Pfl ege alles „akut“ ist.
Nicht nur die Pfl ege in sogenannten „Akutkrankenhäusern“ sondern auch die vielen,
aktuellen und brennenden Themen, mit denen wir tagtäglich zu tun haben.
Schon oft haben wir uns hier an dieser Stelle über Aspekte der Personalknappheit,
der Unterversorgung von Pfl egebedürft igen, der fehlenden Zeit für die Bedürftigen,
des hohen Kostendrucks im Gesundheitswesen, der Aggression im Pflegebereich und
vieler anderer Dinge Gedanken gemacht. Dabei konnte so mancher Stein ins Rollen
gebracht werden.
Nach wie vor bleiben aber viele „Baustellen“, die weiter bearbeitet werden müssen.
Unser heutiges Heft greift ganz verschiedene „Brandherde“ auf und liefert Ideen zum
Thema PFLEGE AKUT.
Mancher „Schwelbrand“ entsteht schon in der täglichen Auseinandersetzung zwischen
Pfl egenden und Angehörigen. Viele ausgesprochene und unausgesprochene Gefühle bahnen sich hier manchmal
ungehemmt ihren Weg und sorgen für Kommunikationsprobleme zwischen Profi s und Angehörigen. Hierzu fand
am 28.10.2011 ein Seminar mit der Kommunikati onstrainerin Aurora Matti coli statt , zu welchem 30 TeilnehmerInnen
nach Darmstadt kamen. Der Bericht über die Tagung gibt Aufschluss über mögliche Strategien im Umgang mit unzufriedenen
Angehörigen.
Erster Beitrag unseres Schwerpunktthemas ist dann ein Artikel zum Thema Präsentismus. „Arbeiten bis der Arzt kommt“
ist bei vielen Pfl egenden aus Pfl ichtgefühl nicht selten und sorgt vielfach dafür, völlig „ausgebrannt“ zu sein. Vor dieser
vermeintlich kollegen- und arbeitgeberfreundlichen Arbeitseinstellung warnt Martin Jansen eindrücklich. Es zeigt auf,
dass durch kranke Mitarbeiter kein Nutzen, sondern erheblicher Schaden entsteht, den es dringend anzusprechen und
zu vermeiden gilt.
Weiter geht es dann mit dem „Brandherd“ Personalmangel. Hierzu wurden schon viele Ideen geboren, wer nicht alles
in die Pflege eingebunden werden könnte. Immer wieder im Gespräch sind hier auch Langzeitarbeitslose, deren wirkliche „Einsatzfähigkeit“ von Prof. Dr. Margret Flieder genauer unter die Lupe genommen wird.
Ein weiterer Bereich sind die Krankenhäuser, in denen sich die Situation drasti sch verändert hat. Weniger Personal,
komplexere Arbeitsvorgänge und immer kürzere Verweildauern bestimmen das Bild der Pflegepraxis akut. Zu diesem
Ergebnis kommt die Situati onsbetrachtung von Peter Ruf, der in seinem Artikel „Herausforderung Akutpfl ege“ so manchen
Problempunkt aufzeigt.
Innerhalb dieses Settings spielen auch die Harnwegsinfekte eine herausragende Rolle. Über deren Ursachen und Risiken
schreibt Knut Böhlcke.
Abschließend geht es in dem Artikel von Prof. Dr. Michael Schilder, Prof. Dr. Ulrike Höhmann, Anke Metzenrath und
Michael Roloff um das Thema der Gesundheitsförderung bei Pfl egeschülerInnen und –studierenden. Sie zeigen auf,
dass für den Bereich der Selbstpfl ege Kenntnisse zu erwerben sind, die helfen, sich in Überforderungssituati onen wirksam
zu schützen.
Eine Möglichkeit, Überforderung und „Ausbrennen“ zu verhindern ist das In Anspruch nehmen der Seelsorge. Über
ihre langjährigen Erfahrungen in diesem Bereich schreibt Pfarrerin Helgard Kündiger im „Mittendrin“.
In der Hoffnung, dass die Auswahl der „brennenden Themen“ für Sie aktuell ist, grüßt Sie Ihre
Katharina Jost
Der Text des Editorials hier noch einmal zum download:
Editorial-4-2011
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