PFLEGEN
Das aktuelle Heft.

Schwerpunktthema 4/2015:

Leben bis zuletzt
Umgang mit Sterben und Tod in der Pflege


Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir;
Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür;
Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein,
So reiß mich aus den Ängsten, Kraft deiner Angst und Pein!

Der Textdichter Paul Gerhardt bringt seine Sicht auf das Sterben und den Tod in seiner Bitte an Gott im Choral der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach auf den Punkt: Lass mich nicht allein, bleib in meiner Angst bei mir und gib mir Kraft.

Genau diese Aspekte sind es, die Menschen, gläubig oder nicht, äußern, wenn es ums Sterben geht. Man hat Angst vor dem Alleinsein und den mit dem Sterben verbundenen Schmerzen und Gefühlen. Jeder will Hilfe und Beistand, jeder sehnt sich nach einem Ort, wo diese letzten Tage und Stunden in Würde und ohne Schmerzen und Not verbracht werden können. Fast Jedem ist wichtig, bei Bewusstsein zu bleiben und die letzten Dinge regeln zu können.

Doch immer mehr kommt neben dem Wunsch, zuhause im Kreise seiner Liebsten sterben zu können, auch das Bedürfnis, selbstbestimmt verfügen zu können, wann die letzte Stunde sein soll. Hieraus resultiert eine gesellschaftliche Diskussion um das Sterben als solches und die Frage nach einem assistierten Tod, sei es durch Ärzte oder andere Personen.

Pflegende, die in ihrem beruflichen Alltag immer mit Sterben und Tod konfrontiert sind, wollen das Leben bis zuletzt wertvoll und würdevoll gestalten. Zu ihren originären Kernaufgaben gehört es, Leiden zu lindern, nicht jedoch, dem Leben ein willkürliches Ende zu bereiten. Doch kommt es häufig zu inneren Konflikten, wenn das Begleiten der Sterbenden nicht so gelingt, wie es für den Betroffenen wichtig wäre. Dies fordert geradezu eine Beschäftigung mit den Rahmenbedingungen, auch den gesetzlichen, die derzeit neu geregelt werden. Nur so kann es gelingen, dass Patienten nicht allein gelassen werden, sie in ihrer Angst begleitet werden können und ihnen Kraft für den Sterbeprozess gegeben werden kann, ganz wie im eben zitierten Choraltext erwünscht.

In unserer diesmaligen Ausgabe widmen wir uns der Frage, wie ein Leben bis zuletzt in Würde gestaltet und von pflegerischer Seite begleitet werden kann mit folgenden Artikeln:

  • In ihrem Artikel "Ziemlich bestes Sterben" zeigt Prof. Dr. Margret Flieder 3 Wege für die letzte Lebensphase auf.
  • Christel Ludewig beschreibt in ihrem Beitrag "Leben bis zuletzt" die Entwicklung einer Palliativkultur in Einrichtungen der stationären Altenpflege.
  • Das Für und Wider einer Sterbebegleitung mit Hilfe von Leitfäden wie dem LCP diskutiert Dr. Elke Müller.
  • Anhand eines Beispiels aus der Praxis reflektiert Michaela Hach die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)  und zeigt ihre Perspektiven auf.
  • Wie ein Leben bis zuletzt und der Umgang mit Sterben und Tod in der Pflege in der ambulanten Hospizarbeit aussehen kann, führt Sabine Nagel in ihrem Beitrag aus.
  • An einem Fallbeispiel zur Biografiearbeit führen Prof. Dr. Marion Großklaus-Seidel, Prof. Dr. Margret Flieder und Karen Widemann vor, dass das Sterben zwischen Wunschvorstellungen und praktischen Notwendigkeiten differieren kann.
  • "Ärztlich assistierter Suizid - Wunsch nach Hilfe im Sterben oder Hilfe zum Sterben?" so lautet der Beitrag von      Michaela Hach zur Diskussion um den ärztlich assistierten Suizid.
  • Prof. Dr. Stefan Heuser überlegt zuletzt aus pflegeethischer Perspektive was es heißt, in Würde zu sterben.

 

Es grüßt Sie, wie immer in der Hoffnung, dass für Jede und Jeden etwas dabei ist,
Ihre Katharina Jost

 

 

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